Durchfall – wenn der Darm sich beschwert
Durchfall, ein weitverbreitetes Symptom
Nach Schätzungen erkranken weltweit ca. vier Milliarden Menschen an Durchfall, siebeneinhalb Millionen von ihnen sterben an den Folgen – vor allem Kinder.
Grundsätzlich kommt es bei zwei Arten von Störungen im Dünndarm oder Dickdarm zu Durchfall: einerseits, wenn die Darmpassage beschleunigt ist, und andererseits, wenn sich im Darm zu viel Flüssigkeit angesammelt hat.
Ob Dünndarm oder Dickdarm: Je nach Ärgernis, welchem der Darm ausgesetzt wird, reagiert er eher harmlos und vorübergehend, oder aber er beschwert sich längerfristig mit bedrohlichem Durchfall. Entsprechend kann man Durchfall entweder nach seiner Dauer in akuten oder chronischen Durchfall einteilen oder nach Durchfall-Formen entsprechend den Mechanismen, wie er entsteht.
Akuter – oder chronischer Durchfall
Akuter Durchfall hält in der Regel nur einige Tage an. Die Beschwerden bessern sich meist ohne weitere Maßnahmen, wenn auf Zucker in der Nahrung verzichtet und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet wird.
Chronischer Durchfall liegt vor, wenn die Durchfall-Beschwerden über mindestens zwei oder mehrere Wochen hinweg immer mal wieder in kurzen Abständen auftreten.
Bei der Einteilung des Durchfalls nach der Krankheitsentstehung unterscheidet man fünf verschiedene Formen:
1. Osmotischer Durchfall entsteht, wenn nicht aufgenommene Nahrungsbestandteile, Medikamente oder andere Stoffe osmotisch Wasser in das Darminnere hineinziehen (osmotisch: wasserziehend).
2. Sekretorischer Durchfall wird dadurch ausgelöst, dass die Darmschleimhaut aktiv Wasser oder Elektrolyte* absondert, die Wasser mit sich ziehen (sekretorisch: absondernd). *Elektrolyte: Stoffe, die überwiegend als Ionen vorliegen.
3. Exsudativer Durchfall ist eine Erscheinung, bei der in der Stuhlmasse durch Entzündungen der Darmschleimhaut Schleim und Blut auftreten (exsudativ: absondernd).
4. Hypermotiler Durchfall tritt auf, wenn die Darmbewegungen beschleunigt sind und der Darm durch die verkürzte Verweildauer des Stuhls im Darm nicht genügend Flüssigkeit zurückgewinnen kann.
5. Steatorrhö bezeichnet eine Form von Durchfall, die auch Fettstuhl genannt wird. Dabei kommen zu wenig Gallensäuren im Darm an, um die aufgenommenen Fette ausreichend aufspalten zu können.
Sonderformen des Durchfalls sind die Pseudodiarrhö und die paradoxe Diarrhö.
1. Pseudodiarrhö ist ein Durchfall, der vorwiegend auf einer Darmreizung oder auf seelischen Ursachen beruht.
2. Paradoxe Diarrhö nennt man die Erscheinung, dass sich mitunter Durchfälle mit Verstopfungen abwechseln. Dabei führen Engstellen im Darm zunächst zur Verstopfung. Bakterien zersetzen dann und verflüssigen den Darminhalt oberhalb der Verengung, wodurch es anschließend zum Durchfall kommt.
Der Körper verliert durch Durchfall größere Mengen an Wasser und Mineralstoffen, was grundsätzlich – ob bei akutem oder chronischem Durchfall – zur Austrocknung führen kann. Besonders gefährlich ist Durchfall deshalb für kleine Kinder, ältere Menschen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Sie sollten immer den Rat eines Arztes einholen.
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